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Kopf der Woche

Beat Müller, Hotel-Restaurant Linde, Stans

Vom Gault-Millau, dem selbsternannten Hochamt des Genusses, arg in die Pfanne gehauen, steht Beat Müller, Pächter und Küchenchef der «Linde» in Stans, einen Härtetest durch. Das spornt ihn an, zusammen mit seiner Frau Regine und seinem Team beste Gastronomie zu zelebrieren. Die «Linde» ist allemal ein Besuch wert, denn Küche und Service stimmen!

Es ist, als ob man morgens um sechs mit einem Kübel Eiswasser geweckt wird – Fassungslosigkeit wechselt mit Orientierungslosigkeit. «Aber hallo, was ist denn hier los?»

Das mag sich Beat Müller, Pächter und Küchenchef des weitherum bekannten Hotels und Restaurants Linde in Stans, gefragt haben, als er nichts ahnend die Ausgabe 2013 des Gourmetführers Gault-Millau in die Hand nahm. Fazit: Ein Verriss erster Güte – und ein basses Erstaunen dazu.

Denn es stellt sich nämlich die Gretchenfrage: Warum in aller Welt erhält die «Linde» trotz massivster Kritik 15 Punkte (einen Punkt weniger)? Denn 15 Punkte stehen nach Gault-Millau-Definition für «hohen Grad an Kochkunst und Qualität».

Vielleicht hat dieser Widerspruch System, ist er der USP, der komparative Konkurrenzvorteil eines Geschäftsmodells, das auf den Goodwill einer Spezies Mensch ausgerichtet ist, die sich wie weiland die römischen Kaiser fühlt: Daumen rauf oder – wie im Fall Müller – Daumen runter. So etwas lässt sich gut verkaufen und begeistert die Schaulustigen!

Das beantwortet denn auch die Frage, weshalb diese Kritiker sich klandestin durch die Welt essen, um alsdann in einem schnoddrigen Stil zu selektieren. Das hatten wir doch schon einmal? La Cuisine, c’est moi! Wobei hier – mit Verlaub – die Frage gestellt sei: Kriegen diese Kritiker überhaupt ein Ei in die Pfanne? Und: Wer bewertet denn diese Kritiker?

Beat Müller (51) jedenfalls ist ein geerdeter Koch mit einer grundsoliden Ausbildung. Er hat Erfahrung in renommierten Häusern gesammelt und führt seit über 20 Jahren als Pächter und Küchenchef zusammen mit seiner Frau Regine die Stanser «Linde». Das Haus hat sich zu einem Treffpunkt erster Güte entwickelt. Dass seine Küche stimmt, dass sich Frischprodukte aus der Region auf dem Teller finden und der Service umsichtig ist, belegt die Tatsache, dass, wer essen will, reservieren muss. Und wer einmal da war, der kommt wieder.

Da fragt sich der «Linde»-Gast mit 20 Jahren bester Erfahrung, was wohl diesen Kritiker geritten haben mag. Vielleicht die dumpfe Ahnung, dass demnächst unter der Gault-Millau-Plakette (15 Punkte) das Täfelchen hängt «Ich muss draussen warten».

Weiter so, Beat Müller!

www.hotel-linde.ch

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