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Kopf der Woche

Adrian Koller und Esther Hänggi

Die Hochschule Luzern baut ihre Forschung in den Bereichen Quantenkryptografie und Robotik aus. Möglich wird dies dank des neuen Practice-to-Science-Stipendiums des Schweizerischen Nationalfonds SNF. Esther Hänggi und Adrian Koller sind die beiden Practice-to-Science-Forschenden an der Hochschule Luzern.

Die Hochschule Luzern erhält zwei Practice-to-Science-Stipendien des Schweizerischen Nationalfonds SNF. Mit dem neuen Förderprogramm unterstützt der SNFAdrian Koller, Robotik-Forscher am Departement Technik & Architektur und Esther Hänggi, Forscherin im Bereich Quantenkryptografie am Departement Informatik. Schweizweit kommen elf Forschende hiesiger Fachhochschulen (FH) und Pädagogischer Hochschulen (PH) in den Genuss des Stipendiums; insgesamt gingen 104 Fördergesuche beim SNF ein.

Schutz vor Cyber-Angriffen dank Quantenkryptografie
Esther Hänggi ist eine von wenigen Forscherinnen in der Schweiz, die sich intensiv mit dem noch jungen Feld der Quantenkryptografie auseinandersetzt. Ihre Arbeit soll dazu beitragen, kritische IT-Infrastrukturen besser vor Cyber-Angriffen zu schützen als dies mit konventionellen Verschlüs- selungstechnologien möglich ist. In der Theorie arbeiten diese quantenkryptografischen Ansätze bereits sehr gut, wie Hänggi sagt, in der Praxis sei es aber für Unternehmen und Organisationen schwierig, die Technologie in ihre IT-Systeme einzubauen, weil diese ganz anders funktioniert als bisherige Systeme und weil technische Standards fehlen.
Die Forscherin fokussiert in ihrem Projekt darauf, die Brücke zwischen Theorie und Anwendung zu schlagen, damit die Quantenverschlüsselung möglichst einfach verwendet und sicher eingesetzt werden kann.

Esther Hänggi forschte nach ihrem Physik- und Informatik-Studium an den ETHs Lausanne und Zürich als Research Fellow am Center for Qantum Technologies in Singapur und arbeitete danach als Sicherheitsanalytikerin und Ingenieurin bei den Schweizer IT-Sicherheitsunternehmen cnlab security AG und Ergon Airlock. Seit 2019 ist sie Dozentin am Departement Informatik der Hochschule Luzern mit Lehr- und Forschungsschwerpunkten in Anwendungs- und Informationssicherheit, Kryptografie sowie Privacy.

Den Robo über die Weide treiben
Während in Gemüse- und Feldkulturen bereits zunehmend Mäh-Roboter zur Unkrautregulierung eingesetzt werden, sind auf Viehweiden noch kaum solche Geräte unterwegs. «Für Roboter ist das raue und steile Terrain deutlich anspruchsvoller als ebene, gleichmässige Äcker», sagt Adrian Koller, Ingenieur am Departement Technik & Architektur. Unkraut sei ausserdem oft umgeben von dichtem Nutzpflanzenbewuchs und damit für den Roboter sehr schwer zu identifizieren. In Kollers Practice-to-Science-Projekt sollen Roboter daher lernen, sich sicher über schwieriges Terrain zu bewegen und dabei nach ganz spezifischen Pflanzen Ausschau zu halten. «Unser Ansatz ist, dass sich die Maschine die Arbeit quasi mit dem Vieh teilt», erläutert Koller. Kühe lassen beim Fressen nämlich Unkraut stehen. Diese ragen danach in kleinen Inselchen aus der Weide heraus.
Sobald die Tiere weitergezogen sind, kommt der Roboter zum Einsatz: Er erkennt und mäht das nun freistehende Unkraut.

Adrian Koller studierte Luftfahrt-Ingenieurwesen in den USA und doktorierte an der Oklahoma State University in Biosystemtechnik. Als Projektleiter bei RUAG Space bei Zürich entwickelte er Hochpräzisionsmechanik für die satellitengestützte optische Datenübertragung. Ab 2013 war Koller Teilzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern tätig. Daneben forschte er an der Eawag in Dübendorf und war als Freelancer an Mechatronik- und Automationsprojekten in der Industrie beteiligt. Seit Januar 2020 arbeitet er als hauptamtlicher Dozent für Robotik am Departement Technik & Architektur. (pd.)

www.hslu.ch/de-ch/technik-architektur

 

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