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Kopf der Woche

  • Bild: zVg

Thomas Stocker

Seit fast zwei Jahrzehnten prägt Thomas Stocker (60) die Entwicklung der Institution CAMPUS SURSEE. Aktuell als Geschäftsführer Bildung und als Mitglied der Geschäftsleitung.

Wer Thomas Stocker verstehen will, muss seinen Leitsatz kennen: «Uns interessiert weniger, wie unsere Studierenden kommen, sondern vielmehr, wie sie den Campus verlassen.» Darin steckt sein Bildungsverständnis. Entscheidend ist nicht der Einstieg. Entscheidend ist Wirkung.

Seit 2008 wirkt Thomas Stocker in verschiedenen Führungsrollen am Campus Sursee Bildung. Früh begann er, die Ausbildung neu zu denken. Nicht als Unterrichtsbetrieb. Sondern als Zukunftslabor für eine Branche im Wandel.

Stocker denkt Bildung vom Wandel her. Deshalb führte er früh Lernsysteme wie «Blended Learning» und «Flipped Classroom» ein, lange bevor digitale Didaktik Mainstream wurde. Das heisst für ihn: Theorie vorbereiten, Präsenz für Anwendung nutzen und das Lernen näher an die Praxis bringen.

Dazu passt sein Verständnis von Räumen. Für ihn sind Schulzimmer keine Infrastruktur, sondern Lernökosysteme. Er spricht von Schulräumen der Zukunft. Selbst beim Mobiliar folgt er diesem Denken: Vieles basiert auf Upcycling aus dem Gastronomiebetrieb. Innovation und Verantwortung gehören für ihn zusammen. Besonders sichtbar wird seine Handschrift in zwei Projekten:

Da ist einerseits «AllianzONE». Der Um- und Erweiterungsbau eines Schulhauses nach dem SIA-Merkblatt 2065 gilt als Pionierprojekt des Allianzmodells in der Schweiz. Planen und Bauen nicht als Abfolge von Einzelinteressen, sondern als partnerschaftliches System. Was andernorts Theorie war, wurde in Sursee Praxis. Und da ist anderseits das BIM-Labor. Unter Stockers Leitung entstand eine Ausbildungsumgebung mit internationaler Ausstrahlung. Hier wird digitales und vernetztes Bauen nicht erklärt, sondern trainiert.

Thomas Stocker verbindet Pädagogik und Unternehmertum. Als diplomierter Unternehmer, Erwachsenenbildner und bestens ausgebildet in Schulmanagement und Schulleitung, verfügt er über einen Werkzeugkasten, der ihn als Brückenbauer zwischen Bildungswelt und Bauwirtschaft positioniert. Gerade in einer Branche, die im Feld der Herausforderungen zwischen Fachkräftemangel, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsdruck agiert, bekommt das Gewicht. Für Stocker ist Bildung kein Selbstzweck, sondern die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass sich eine Branche laufend erneuern kann. (nj.)

www.campus-sursee.ch

Thomas Stocker im ROI Podcast - das Gespräch mit Luisa Böbner und Florentin Setz:

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