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  • Die Kantonsratsmitglieder Zug im Kolinsaal des Hotels Ochsen. Foto: zvg

Zuger Roundtable zur Klimabilanz

Wie sieht der CO2-Ausstoss des Kantons Zug aus, und was kann die Wirtschaft tun, um ihre Klimabilanz zu verbessern? Welche Rahmenbedingungen sind nötig? Das Thema des diesjährigen Roundtable der Zuger Wirtschaftskammer mit Mitgliedern des Kantonsparlaments sorgte für einen lebhaften und manchmal kontroversen Austausch.

Andreas Umbach, der Präsident der Zuger Wirtschaftskammer (ZWK) und Verwaltungsratspräsident des Industrieunternehmens Landis+Gyr sagte gleich zu Beginn, wie die Wirtschaftsorganisation ihre Rolle definiert: «Wir wollen aufklären, sensibilisieren und durch Beispiele aus der Praxis zum Handeln animieren». Gemeint war die Senkung der CO2-Emissionen - ein Thema, das für die Wirtschaft «hochrelevant» sei und zum Standortfaktor für Zug werde, so Umbach.

Seiner Einladung zum jährlichen Roundtable am 17. November leisteten 15 Kantonsräte und -rätinnen aus allen politischen Lagern Folge. Präsentiert wurden ihnen die wichtigsten Erkenntnisse der von der ZWK in Auftrag gegebenen Studie «Green Check Zug». Das vom Institut Werz/Ostschweizer Fachhochschule verfasste Papier zeigt auf, dass die Wirtschaft die Hälfte der Emissionen des Kantons verantwortet. Sie könnte ihren Ausstoss in einem visionären Szenario um 60 Prozent senken könnte, im konservativsten Fall um 12 Prozent. Danach zeigten Vertreter von Roche Diagnostics und des Gebäudebetreibers Alfred Müller AG in Praxisbeispielen auf, wie sie ihren Ausstoss in unter- schiedlichen Bereichen – Mobilität und Energiemanagement – konkret reduzieren. Wobei die Reduktionsziele der grossen Konzerne auch die KMU’s als Zulieferer zunehmend beeinflussen.

Die Präsentationen und anschliessenden Fragen der Politikerinnen und Politiker zeigten: Aufklärung über die Klima-Initiativen der Wirtschaft tut Not – und sind wichtig mit Blick auf die im Kantonsrat anstehenden Geschäfte wie der Revision des Energiegesetzes oder der kantonale Richtplan (Mobilitätskonzept). Die Voten der Unternehmensvertreter an die Adresse der Parlamentsmitglieder waren klar: Die Wirtschaft tue bereits vieles aus eigenem Antrieb, aber um Netto-Null zu erreichen, gehe es nicht ohne Zusammenarbeit mit den Behörden und vernünftige, anreizfördernde Rahmenbedingungen. Oder wie es ZWK-Präsident Andreas Umbach ausdrückte: «Um rasche Fortschritte zu erzielen, braucht es Zuckerbrot und manchmal auch das Peitschchen». (pd.)

www.zwk.ch

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