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Investieren statt sparen lautet die Devise

Damit die Wirtschaft wieder in die Gänge kommt, braucht es in den kommenden Monaten Investitionen von Unternehmen und der öffentlichen Hand sowie eine positive Konsumentenstimmung. Dies ist die Schlussfolgerung der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ nach der zweiten Umfrage zur aktuellen Situation rund um die Coronakrise. Dabei hat die IHZ Rückmeldungen von über 120 meist exportorientierten Mitgliedsunternehmen ausgewertet.

Die Zentralschweizer Wirtschaft ist mit markanten Umsatzrückgängen von durchschnittlich 26 Prozent konfrontiert. Dies zeigt eine zweite Umfrage der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ). Viele Unternehmen befürchten zudem mit Blick in die nahe Zukunft einen markanten Auftragsrückgang; rund 57 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden zwei Monaten Absatzschwierigkeiten im Inland. Die teilweise Stilllegung der Schweizer Wirtschaft und der internationale Konjunktureinbruch aufgrund der Coronakrise stellen die Schweizer Wirtschaft weiterhin vor grosse Herausforderungen. Schweizweit geben 58 Prozent der Branchen an, dass sich ihre Lage seit der letzten Befragung von Anfang April 2020 verschlechtert hat; exakt der gleiche Wert ergibt sich auch mit Blick auf die Zentralschweizer Unternehmen.

Weniger Aufträge – drohende Entlassungen

Weiterhin sehen sich viele Zentralschweizer Unternehmen mit markanten Auftragsrückgängen bzw. fehlenden neuen Aufträgen konfrontiert. Markante Abstriche müssen sowohl die Binnen- als auch die Exportwirtschaft hinnehmen, im Vordergrund stehen jedoch in der Zentralschweiz vor allem die erwarteten Absatzschwierigkeiten im Inland (57 Prozent). Gesamtschweizerisch rechnen sogar 79 Prozent der Unternehmen mit Absatzschwierigkeiten im Inland.

Dieser Umstand führt zur volkswirtschaftlichen Zwickmühle: Wenn Unternehmen, die öffentliche Hand und Privatpersonen aus Vorsicht und Unsicherheit auf Aufträge, Bestellungen und Projekte verzichten, führt dies zu weniger Arbeit und damit verbunden bei den Unternehmen zu einem zu hohen Personalbestand. Mittel- bis langfristig drohen Entlassungen und steigende Arbeitslosigkeit. Kurzarbeit und Liquiditätskredite sind geeignete Instrumente, um diese Probleme kurz- bis mittelfristig zu überbrücken. Langfristig muss der Wirtschaftskreislauf jedoch ohne diese Nothilfe funktionieren. Nicht der Staat kann die Wirtschaft am Laufen halten, sondern wir alle tragen dafür die Verantwortung.

Was zu tun  ist

«Wir sind als Gesellschaft in der Pflicht, den Wirtschaftskreislauf wieder aktiv zu unterstützen und trotz den Herausforderungen mit Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Unternehmen und die öffentliche Hand», sagt IHZ-Direktor Adrian Derungs. «Wir alle müssen trotz der aktuellen Situation und den damit verbundenen Einschränkungen Geld ausgeben und Projekte umzusetzen. Nicht Sparen ist angesagt, sondern investieren. Negative Konsumentenstimmung und ein Investitionsstopp bei den Unternehmen und der öffentlichen Hand führen zu fehlenden Umsätzen bei den Unternehmen und die Wirtschaft wird geschwächt. Geld für Produkte, Projekte und Dienstleistungen wieder in den Umlauf zu bringen ist hingegen eine Form der Solidarität. Solidarität gegenüber den Zentralschweizer Unternehmen und den damit verbundenen Lohnempfängern», so Derungs weiter.

Details zur Umfrage

Die Umfrage wurde von economiesuisse und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) vom 30. April bis zum 6. Mai 2020 durchgeführt. Sie umfasste unter anderem die gleichen Fragen wie die Umfrage, deren Resultate economiesuisse zuvor am 26. März 2020 (1. Umfrage) sowie am 17. April 2020 (2. Umfrage) präsentiert hatte. Die IHZ hatte am 20. April 2020 die Umfrageresultate der 2. Umfrage mit Blick auf die Zentralschweizer Unternehmen ausgewertet und kommuniziert. Der Zentralschweizer Report umfasste damals 60 Datensätze; in der aktuellen Umfrage haben 123 meist exportorientierte IHZ-Mitgliedsunternehmen die Umfrage ausgefüllt. Die Auswertung zeigt ein aktuelles Stimmungsbild der Zentralschweizer Wirtschaft und gibt Aufschlüsse über die veränderte Wahrnehmung im Vergleich zur 2. Umfrage. Werden Prozentangaben genannt, sind diese lediglich als grobe Richtschnur zu verstehen. Die Antworten wurden jeweils nicht gewichtet. 

https://www.ihz.ch/home.html

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