Fokus
Von Myanmar nach Luzern
Thi Thi Zin kam aus Myanmar. In der Zentralschweiz suchte die 28-Jährige eine Lehrstelle als Elektronikerin. Sie absolvierte beim SAH Zentralschweiz ein Praxisassessment, einen Bewerbungskurs und ein Jobcoaching. Über 50 Bewerbungen später erhielt sie die Zusage eines Luzerner Familienbetriebs. Im August begann sie die Lehre. Ihr Weg zeigt, wofür das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH Zentralschweiz arbeitet: Es begleitet Menschen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt.
Thi Thi Zin kam aus Myanmar. In der Zentralschweiz suchte die 28-Jährige eine Lehrstelle als Elektronikerin. Sie absolvierte beim SAH Zentralschweiz ein Praxisassessment, einen Bewerbungskurs und ein Jobcoaching. Über 50 Bewerbungen später erhielt sie die Zusage eines Luzerner Familienbetriebs. Im August begann sie die Lehre. Ihr Weg zeigt, wofür das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH Zentralschweiz arbeitet: Es begleitet Menschen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt.
Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH bietet Qualifizierung, Beratung, Coaching und Stellenvermittlung. Es richtet sich an stellensuchende Menschen, anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen. Zum Netzwerk gehören über 500 aktive Firmen und Einsatzbetriebe. Doch ein Einsatzplatz ist noch keine feste Stelle. Er eröffnet die Gelegenheit, Berufspraxis zu sammeln und Fähigkeiten zu zeigen.
Vom Kurs zum regionalen Verein
Begonnen hat die Arbeit 1992 in Luzern mit dem Kurs «Berufliche Perspektiven für Erwerbslose». Damals stieg die Arbeitslosigkeit in der Schweiz rasant. Das nationale Hilfswerk, 1936 vom Gewerkschaftsbund und der SP gegründet, baute Angebote in den Regionen auf. 1994 entstand die Regionalstelle Zentralschweiz; 1996 kam Zug dazu. Seit 2005 ist das SAH Zentralschweiz ein eigener Verein und einer von zehn Regionalvereinen im SAH Schweiz. Heute ist es unter anderem in Luzern, Sursee, Baar und Schwyz präsent.
6’845 Menschen im Jahr 2025
2025 zählte das SAH Zentralschweiz 6’845 Teilnehmende. 81 Mitarbeitende teilen sich 52,2 Vollzeitstellen. Der Verein hat 212 Mitglieder. Seit 2024 führt Erik Keller als Nachfolger von Ursula Schärli die Geschäfte. Zur Geschäftsleitung gehören Claudia Wüest für Arbeit und Vermittlung, Silvan Glanzmann für Bildung und Qualifizierung sowie Franziska Zimmermann für Finanzen und ICT. Präsidentin ist Katharina Hubacher. Die neue Strategie richtet den Blick auf die berufliche und soziale Teilhabe aller Menschen.
Kantone und Spenden finanzieren
Der Betriebsertrag belief sich 2025 auf 9’080’123 Franken. Vor Zuweisungen und Entnahmen resultierte ein Ergebnis von 403’828 Franken. 77,2 Prozent des Ertrags stammen von den Zentralschweizer Kantonen. 17,5 Prozent erwirtschaftet das SAH mit eigener Produktion; Spenden und Mitgliederbeiträge machen 1,6 Prozent aus. Die Zahlen zeigen, wie stark die Arbeit des Vereins von öffentlichen Aufträgen abhängt.
Ein Auftrag verändert sich
Wie konkret sich diese Abhängigkeit auswirkt, zeigte sich 2020 im Kanton Luzern. Mit der Integrationsagenda übernahm der Kanton die Federführung bei der Integration Geflüchteter und beendete den Leistungsauftrag für «Migration Co-Opera». Seit 2021 arbeitet das SAH im Auftrag der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen. Regierungsrätin Ylfete Fanaj würdigt in der Jubiläumsausgabe der SAH News den Beitrag des Vereins: Bildung, Arbeit und Integration gäben besonders Geflüchteten «Halt, Perspektive und Würde».
Praxis in Alpnach
Wie ein Einsatz mit einem Betrieb aussieht, zeigt die Credimex AG in Alpnach. Das Unternehmen bot einer Teilnehmerin einen Platz an. Abteilungsleiterin Theres Flühler beschreibt in den SAH News die Zusammenarbeit als «sehr gut und unterstützend». Bei passenden Arbeiten wolle die Firma wieder auf das SAH zugehen. Solche Einsatzplätze verbinden die Begleitung durch das Hilfswerk mit Erfahrungen im Betrieb.
Die «Libelle»fliegt
Eine weitere Möglichkeit bietet das Restaurant Libelle an der Maihofstrasse 61 in Luzern. Die Quartierbeiz ist seit 2014 geöffnet und steht allen offen. Betrieben wird sie von der im selben Jahr gegründeten Transgusto GmbH. Seit der Eröffnung bietet die Libelle Arbeitsintegrationsplätze für erwerbslose Menschen an; 2025 waren es 47 Teilnehmende. Im Arbeitsalltag üben sie auch Kommunikation und den Umgang mit Kritik, schreibt Transgusto-Präsident Beat Däppeler in den SAH News.
Thi Thi Zin rät im Porträt des SAH, einen Wunsch Schritt für Schritt und mit einem Plan anzugehen. Ihre Lehrstelle ist ein konkretes Ergebnis. Ob und wie oft aus der Begleitung eine feste Stelle oder eine Ausbildung wird, lässt sich aus der Zahl der Teilnehmenden allein nicht ablesen. (ah.)
