Fokus
Bild: zvg
Spiel, Stärke, Strategie
Frauenfussball und Female Empowerment in Sport und Wirtschaft – über 150 Frauen folgten der Einladung von BPW Luzern und wif zum Podiumsgespräch in der Swissporarena. Im Vorfeld der UEFA Women’s Euro 2025 diskutierten Lara Dickenmann und Leevke Stutz über Akzeptanz, Sichtbarkeit und Perspektiven im Frauenfussball – und darüber, was Sport und Wirtschaft beim Female Empowerment verbindet.
Mit Blick auf das Spielfeld der Swissporarena und viel Energie im Raum eröffneten die Präsidentinnen der beiden Netzwerke – Anduena Berisha sowie Jelena Vokiner vom wif sowie Sandra Jauslin von BPW (Business & Professional Women Switzerland) – den Anlass vor über 150 Frauen. In ihren Begrüssungsworten betonten sie die Bedeutung der Zusammenarbeit und zeigten sich erfreut, dass wif und BPW gemeinsam ein starkes Zeichen für das Empowerment von Frauen setzen – im Sport ebenso wie in der Wirtschaft.
Die beiden Frauennetzwerk luden anlässlich der erstmaligen Austragung der UEFA Women’s Euro in der Schweiz zum Podiumsgespräch «Akzeptanz und Perspektiven im Frauenfussball». Unter der Leitung der Sportmoderatorin Seraina Degen diskutierten die ehemalige Fussballnationalspielerin Lara Dickenmann und Leevke Stutz, Projektleiterin Host City Luzern, über persönliche Wege, strukturelle Herausforderungen und gesellschaftliche Entwicklungen rund um den Frauenfussball.
Lara Dickenmann gab einen eindrücklichen Einblick in ihre Anfänge im Fussball und in der Geschäftswelt: Als einziges Mädchen im Jungsteam musste sie sich früh Respekt und Raum erkämpfen – sowohl auf dem Platz als auch in der Umkleide, die für sie meist eine Schiedsrichterkabine oder eine Toilette war. Ihr Traum, Profifussballerin zu werden, erschien damals unrealistisch. Weibliche Vorbilder? Fehlanzeige. Umso bemerkenswerter ihr Weg vom SC Kriens, nach Deutschland, Amerika, Frankreich und zurück nach Deutschland, wo sie 2021 Ihre Profikarriere beendete. Während ihrer aktiven Zeit absolvierte sie ein Wirtschaftsstudium und später einen Master in General Management – weil Frauen im Fussball nicht finanziell ausgesorgt haben und sich früh mit ihrer zweiten Karriere auseinandersetzen müssen.
Leevke Stutz, selbst ehemalige Spitzensportlerin im Rollsport und in Bremen aufgewachsen, ist heute hauptverantwortlich für die Durchführung der UEFA-Spiele in Luzern. Ihre beruflichen Stationen bei der Stadt und dem Kanton Luzern, ihr Know-how in Tourismus, Eventorganisation und Mobilität machen sie zur perfekten Besetzung. Gemeinsam mit der UEFA, der Stadt Luzern, Luzern Tourismus, den FCL-Frauen und vielen weiteren arbeitet sie an einem bunten, inklusiven Fussballfest – mit Fanzone, Fanwalks und internationaler Strahlkraft. Dass sie dabei eine immense Arbeit leistet und in der Not auch mal selbst ins Kostüm des Maskottchens steigt, erzählte sie den anwesenden Frauen.
Beide Gesprächsteilnehmerinnen teilten ihre Erfahrungen mit geschlechterspezifischen Vorurteilen – etwa dem weitverbreiteten Eindruck, Männer würden grundsätzlich mehr vom Fussball verstehen. Ihre Strategien: Kompetenz, Klarheit und der feste Wille, respektvoll, aber bestimmt aufzutreten. Doch die Entwicklung ist spürbar: In den letzten zehn Jahren hat der Frauenfussball deutlich an Bedeutung gewonnen – durch die Arbeit von Clubs, Verbänden, Medien und der Politik. Auch in der Wirtschaft ist die Förderung von Frauen auf allen Ebenen ein zentraler Erfolgsfaktor.
Stutz schloss mit einer herzlichen Einladung an die UEFA Women’s Euro 2025. Ein Fest für alle – mitreissend, inspirierend und voller Chancen. Ein Moment, der zeigt, wie viel möglich ist, wenn Frauen unterstützt, gehört und gefeiert werden – auf dem Platz wie im Beruf. (pd.)