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Fokus

SBB benachteiligen Zentralschweiz

Der neue Fahrplan der SBB 2019 bringt für die Zentralschweiz eine massive Verschlechterung. Dies betrifft vor allem eine bisherige Direktverbindung von Luzern zum Flughafen Zürich, die gestrichen wird. Dass gerade der Knoten Luzern mit seiner grossen wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung derart vorsätzlich geschwächt wird, hat bereits zu zahlreichen Protesten geführt.

Der neue Fahrplan der SBB sieht eine Verschlechterung der Verbindungen nach Zürich Oerlikon (nur noch mit Umsteigen in Zürich) und nach Zürich Flughafen vor (längere Fahrzeit). «Das ist für viele Reisende aus den Kantonen Obwalden, Nidwalden und Luzern ärgerlich. Die angekündigten Verschlechterungen des SBB-Fahrplans ab Luzern sind aus Sicht von IGöV Zentralschweiz sogar: «schlichtweg inakzeptabel und schädigen weite Teile der Zentralschweiz massiv. Insgesamt ergibt sich eine Minderleistung für die Zentralschweiz, die extreme Auswirkungen für weite Teile der Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden verursacht», schreibt die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Zentralschweiz in einer Stellungnahme.

Obwalden und Nidwalden

Harsche Kritik kommt auch aus den Kantonen Obwalden und Nidwalden. In einem Brief an die SBB schreiben die Regierungsräte Niklaus Bleiker und Josef Niederberger: «Es ist für uns befremdend, dass die SBB in der Kommunikation zum geplanten Fahrplan unsere Kantone schlichtweg vergisst. Wir gehen davon aus, dass dies ein Versehen war und von der SBB so nicht gewollt. Nicht akzeptieren könnten wir, wenn bewusst die «Verlierer» der Änderung nicht informiert werden.»

Systematische Benachteiligung

Mit einer Interpellation reagieren die Parlamentarier Konrad Graber (CVP) und Damian Müller (FDP) auf den Fahrplanentwurf der SBB. «Wird die systematische Benachteiligung der Zentralschweiz fortgesetzt?», wollen sie vom Bundesrat wissen. Und was der Bundesrat gedenke zu tun, «um die Fortsetzung der systematischen Benachteiligung rückgängig zu machen».

Kantonsrat Luzern

Der Willisauer CVP-Kantonsrat Ludwig Peyer sieht im Fahrplanentwurf 2019 der SBB ebenfalls eine erneute Benachteiligung der Zentralschweiz im schweizerischen Bahnverkehr. Zusammen mit Mitunterzeichnern will er deshalb in einer dringlichen Anfrage von der Luzerner Regierung mehrere offene Fragen beantwortet haben. Insbesondere die Verschlechterung des Bahnangebotes von Luzern nach Zürich ist Ludwig Peyer ein Dorn im Auge. «Das bedeutet entweder mehr Umsteigevorgänge oder erheblich längere Reisezeiten zum Flughafen Zürich-Kloten», so der CVP-Kantonsrat. Für Peyer ist dies «eine erneute Schlechterstellung der ganzen Zentralschweiz im Bahnverkehr, gehört die Linie Luzern-Zürich doch zu einer der am besten frequentierten Linien im Schweizerischen Bahnnetz».

www.igoev-zentralschweiz.ch

 

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