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Fokus

  • Von Kurt Sidler (links) zu Bruno Poli. Nahtloser Übergang beim Verbandspräsidium.. Bild: PD

Raiffeisen legt zu

Die Raiffeisenbanken in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden erzielten 2021 einen konsolidierten Gewinn von 17,2 Millionen Franken. Auch im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft konnten sie um 24 Prozent zulegen. Die Kundeneinlagen sind auf 14,4 Milliarden Franken gestiegen. Das Hypothekarvolumen erhöhte sich um 4 Prozent.

Die 18 selbständigen Raiffeisenbanken des Raiffeisen Regionalverbandes LuzernObwalden  und Nidwalden blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück. Dank des hohen Vertrauens ihrer Kundinnen und Kunden konnten die Raiffeisenbanken ihre starke Position im Kundengeschäft weiter ausbauen. Das hohe Vertrauen der Kundinnen und Kunden widerspiegelt sich im starken Zufluss der Kundeneinlagen um 6,4 Prozent auf 14,4 Milliarden Franken. Mit rund 2‘250 neuen Genossenschaftsmitglieder ist die Gesamtzahl auf über 172‘500 angestiegen. Ebenfalls deutlich angestiegen sind die Depotvermögen. Per 31. Dezember 2021 beträgt der Depotbestand rund drei Milliarden Franken, was einer Zunahme von 23,5 Prozent entspricht.

Positive Ertragsentwicklung

Die Ertragspositionen entwickelten sich im vergangenen Geschäftsjahr positiv. Der Geschäftsertrag ist dank des hohen Geschäftsvolumens um 5,7 Prozent auf 190,7 Millionen Franken gestiegen. Der Optimismus mit Blick auf die wirtschaftliche Erholung sowie das Vertrauen in die Anlagekompetenz von Raiffeisen führte zu höheren Transaktionsvolumen der Anlegerinnen und Anleger. Auf dieser Stärke möchte die Bank aufbauen und das Geschäftsfeld Vorsorgen und Anlegen entlang der Strategie «Raiffeisen 2025» weiterentwickeln. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert und hat im Geschäftsjahr um 23,9 Prozent auf 30,3 Millionen Franken zugenommen. Der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft konnte mit 144,3 Millionen Franken (Vorjahr: 145,6 Millionen Franken) gehalten werden. Der Handelserfolg fiel mit 9 Millionen Franken um 18,1 Prozent höher aus als im Vorjahr. Die Raiffeisenbanken sind weiterhin auf Wachstumskurs. Aufgrund des erhöhten Sach- wie auch Personalaufwandes hat der Geschäftsaufwand um 3,0 Prozent auf 108,2 Millionen Franken zugelegt.

Hypothekarvolumen weiter angestiegen

Die Luzerner, Ob- und Nidwaldner Raiffeisenbanken konnte ihren Marktanteil im Hypothekargeschäft halten und das Hypothekarvolumen um 4,0 Prozent auf 13,5 Milliarden Franken steigern. Die übrigen Forderungen gegenüber Kunden sind leicht, um 17,8 Millionen Franken auf 4,8 Milliarden Franken, gesunken. Darin enthalten sind auch die Covid-19-Kredite an lokale Unternehmen, die im Vorjahr im Rahmen des Garantieprogramms des Bundes ausbezahlt wurden. Ein Teil der Covid-19-Kredite ist inzwischen bereits zurückbezahlt worden. Dank ihrer umsichtigen Kreditpolitik sowie des sich relativ rasch erholenden wirtschaftlichen Umfelds, bestand bei den hiesigen Raiffeisenbanken per Ende 2021 kein erhöhter Wertberichtigungsbedarf.

Stabile und sichere Kapitalbasis

Insgesamt weisen die Raiffeisenbanken des Regionalverbandes für das Geschäftsjahr 2021 einen Jahresgewinn von 17,2 Millionen Franken aus. Dies entspricht einer Zunahme von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dem erwirtschafteten Gewinn stärkt die Raiffeisenbank ihre stabile Eigenkapitalbasis erneut. Das ist für die Herausforderungen in den kommenden Jahren sehr wichtig.

Volkswirtschaftliche Bedeutung

Mit 646 (638 im Vorjahr) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die 18 Luzerner, Ob- und Nidwaldner Raiffeisenbanken wichtige Arbeitgeberinnen in der Region. Nebst attraktiven Arbeitsplätzen bieten sie auch 60 Lernenden einen lokalen Ausbildungsplatz im Bankensektor. Mit 7,8 Millionen Franken Steuern fliesst Geld aus den eigenständigen Genossenschaften an die öffentliche Hand.

Bruno Poli an der Spitze

An der Spitze des Regionalverbandspräsidiums fand im September 2021 ein Stabwechsel statt. Neuer Präsident ist Bruno Poli, der über zwanzig Jahren bei Raiffeisen tätig ist . So als Präsident der Raiffeisenbank Nidwalden und seit 2014 als Vorstandsmitglied im Regionalverband Luzern, Ob- und Nidwalden. Seit 2020 ist er Präsident des neuen Rates aller Raiffeisenbanken. Er hat Kurt Sidler ersetzt, der Zwanzig Jahre im Regionalverband tätig war, davon sechzehn als Präsident. Kurt Sidler hat die letzten Jahre insbesondere die Reform der Raiffeisengruppe stark mitgeprägt.

Starke Raiffeisen Gruppe

Als dritte Kraft im Schweizer Bankenmarkt zählt die Raiffeisengruppe rund 1,95 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie 3,6 Millionen Kundinnen und Kunden. Die Raiffeisen Gruppe ist an 823 Standorten und mit 9‘565 Vollzeitstellen in der ganzen Schweiz präsent. Die 219 rechtlich autonomen und genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken sind in der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft zusammengeschlossen. Diese hat die strategische Führungsfunktion der gesamten Raiffeisen Gruppe inne. Mit Gruppengesellschaften, Kooperationen und Beteiligungen bietet Raiffeisen Privatpersonen und Unternehmen ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot an. Die Raiffeisen Gruppe verwaltete per 30. Juni 2021 Kundenvermögen in der Höhe von 236 Milliarden Franken und Kundenausleihungen von rund 203 Milliarden Franken. Fast jede fünfte Hypothek in der Schweiz stammt von einer Raiffeisenbank. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 281 Milliarden Franken.(pd./red.)

Die Kennzahlen

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