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Fokus

  • Peter Renggli, diplomierter Pflegefachmann HF, berichtet über seinen Einstieg in die Pflege. Bild: Izedin Arnautovic

Quereinstieg in die Pflege

Gemäss dem regionalen Versorgungsbericht werden in der Zentralschweiz im Zeitraum von 2019 bis 2029 insgesamt rund 14'000 zusätzliche Pflege- und Betreuungsfachkräfte benötigt – davon allein 5’000 auf Diplomstufe. Mit einer neuen Kampagne will XUND im Auftrag der Zentralschweizer Gesundheitsbetriebe und mit Unterstützung der Zentralschweizer Kantone Quereinsteigende zum Einstieg in die Pflege motivieren. Interessierte können sich auf der eigens dafür lancierten Plattform «einstieg-pflege.ch» informieren.

Melanie Dähler aus Root hat die Ausbildung zur Kauffrau absolviert. Sarah Kempf aus Haldi bei Schattdorf ist gelernte Coiffeuse. Aleksandar Djuric, der in Kriens wohnhaft ist, absolvierte zuerst das eidgenössische Attest (EBA), gefolgt von einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Koch. Ana Perez aus Ebikon verkaufte Kleider in einem Modegeschäft und Peter Renggli aus Alpnach Dorf leitete ein Logistikteam. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Unabhängig ihrer Erstausbildung haben sie den Entscheid getroffen, die Ausbildung zur diplomierten Pflegefachperson HF zu absolvieren.

Neue Kampagne zur Förderung des Quereinstiegs
Das Potential an Fachpersonen Gesundheit (FaGe) als Hauptzubringer für die Ausbildung diplomierte Pflegefachperson HF ist bereits weitgehend ausgeschöpft. Aus diesem Grund beabsichtigt die XUND OdA Gesundheit Zentralschweiz gezielt weitere Zielgruppen anzusprechen und für den Pflegeberuf zu gewinnen. Mit der neuen Kampagne «einstieg-pflege.ch» will XUND Menschen wie Melanie Dähler, Sarah Kempf, Aleksandar Djuric, Peter Renggli oder Ana Perez zum Einstieg in die Pflege motivieren und ihnen ihre Möglichkeiten in diesem Bereich aufzeigen. Die Kampagne hat zum Ziel, den Anteil an Quereinsteigenden von aktuell 20 Prozent künftig deutlich zu steigern. «Im Bereich der Quereinsteigenden besteht ein grosses Potenzial an Pflegefachpersonen, die besonders auf der Tertiärstufe stark nachgefragt sind. Mit unserer Kampagne wollen wir potenzielle Quereinsteigende ansprechen und sie bei ihrer Entscheidung unterstützen» erklärt Tobias Lengen, Geschäftsführer der OdA XUND.

Unterstützung der Zentralschweizer Kantone
Von der Wichtigkeit der Kampagne und der Gewinnung und Förderung von Quereinsteigenden sind auch die Kantone überzeugt: «Die Zentralschweizer Kantone haben in der Vergangenheit gemeinsam bereits einiges unternommen, um dem Pflegefachkräftemangel im Raum Zentralschweiz entgegenzuwirken – und das werden sie auch in Zukunft tun. Die Kampagne zur Förderung von Quereinsteigenden ist ein weiteres Puzzle-Teil, um den Bedarf an Pflegefachpersonen in der Zentralschweiz für die Zukunft zu sichern. Deshalb unterstützen die Zentralschweizer Kantone gemeinsam diese wichtige Kampagne – auch finanziell» erläutert Guido Graf, Präsident der Zentralschweizer Gesundheitsdirektorinnen- und Gesundheitsdirektorenkonferenz ZGDK.

Breit abgestützt
Für die Kampagne arbeitete die OdA XUND seit Anfang 2021 unter Einbezug der Zielgruppe und gemeinsam mit Vertretungen der Gesundheitsbetriebe in einer Begleitgruppe an der Entwicklung dieser regionalen Quereinsteigenden-Kampagne. Nebst Recherchearbeiten wurden Fokusgespräche mit Quereinsteigenden am XUND Bildungszentrum zu ihren Beweggründen und ihrem Entscheidungsprozess geführt. Die Erfahrungswerte und Bedürfnisse der Gesundheitsbetriebe flossen über die Begleitgruppe in die Kampagne ein.

Plattform für Quereinsteigende
Auf der für die Kampagne entwickelten Plattform «einstieg-pflege.ch» finden Interessierte Informationen zum Beruf, zur Ausbildung und zur Finanzierung der Ausbildungszeit, Kontakte zu Ausbildungsbetrieben sowie ein Instrument zur Selbsteinschätzung für das Lernen auf Stufe der Höheren Fachschule. «Potenzielle Quereinsteigende wissen häufig nicht, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. Für den Einstieg in die Diplompflege führt der Weg über eine 3-jährige Ausbildung an der Höheren Fachschule und in einem Ausbildungsbetrieb. Die Voraussetzung dazu ist eine abgeschlossene Grundbildung – also ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder eine Matura» erklärt Lengen. (pd.)

www.einstieg-pflege.ch
www.xund.ch

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