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Fokus

  • Lorena Avitabile und Anja Felder lernen unter der Anleitung der Lernenden Fachfrau Gesundheit und der Assistentin Gesundheit und Soziales die Mobilisation vom Bett in den Rollstuhl. Bild: XUND (Archiv)

Noch einen Zacken zulegen

Es braucht mehr Lernende in Gesundheitsberufen! Die Berufe Fachfrau und Fachmann Gesundheit (FaGe) sowie Assistentin und Assistent Gesundheit und Soziales (AGS) liegen mit 716 neuen Lernenden «leicht unter dem Vorjahresniveau», wie die Organisation Xund in einer Medienmitteilung festhält. Die Zahl an FaGe-Lernenden wiederum stagniert seit 2021. Es besteht also weiterhin Nachholbedarf - auf allen Ebenen.

«Während die Gesamtzahl an FaGe- und AGS-Lernenden über alle Ausbildungsjahre hinweg nach wie vor leicht steigt, ist ein Rückgang bei Neueintritten zu verzeichnen», schreibt die Organisation XUND  in einer Medienmitteilung, die ein eigentlicher Weckruf ist!  Die Zahl der AGS-Lernenden mit 84 neuen Lernenden befinde sich auf dem Niveau von 2020. Bei den FaGe-Lernenden bleibe die Zahl mit 632 Neueintritten stabil. «Dies dank den leicht steigenden Zahlen von Lernenden an der Gesundheitsmittelschule sowie den steigenden Zahlen der verkürzten Grundbildung für Erwachsene, welche die Ausbildung nachholen wollen», hält die XUND weiter fest. Diese Entwicklung zeigt gemäss XUB, «dass die Angebote zum Fähigkeitszeugnis FaGe für Erwachsene den Nerv der Zeit treffen: Erwachsene Personen streben vermehrt nach einem anerkannten Berufsabschluss mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis, um zum Beispiel mehr Verantwortung zu übernehmen, mehr zu verdienen, Sicherheit in der Arbeit zu erlangen oder die Berufsausrichtung zu wechseln. Die beiden Zentralschweizer Berufsfachschulen Berufsbildungszentrum Gesundheit und Soziales (BBZG) in Sursee und das Gewerblich-Industrielle Berufsbildungszentrum Zug (GIBZ) bieten entsprechende neue und innovative FaGe-Ausbildungsangebote für Erwachsene an.»

Nachwuchs melde dich!

Vor dem Hintergrund des im Frühjahr veröffentlichten regionalen Versorgungsberichts zeige die aktuelle Entwicklung aber, dass weitere Anstrengungen auf allen Ebenen nötig sind, hält die Xund fest. «Das Nachwuchsangebot stagniert 2022 oder geht sogar leicht zurück. Nun sind Betriebe und Ausbildungspartner gleichermassen gefordert, um mit entsprechenden Massnahmen bezüglich Personalgewinnung und -erhaltung den prognostizierten Bedarf bis 2029 zu decken», erklärt Tobias Lengen, Geschäftsführer OdA und Stv. Direktor Bildungszentrum. Gemeinsam mit den Gesundheitsbetrieben und den Kantonen setzt sich XUND deshalb weiterhin für eine koordinierte Berufsmarketing- und Bildungsarbeit ein. Neben Kampagnen zur Gewinnung von Pflegepersonal wird gezielt darin investiert, künftigen Bedürfnisse der Praxis und der Auszubildenden zu begegnen. Unter dem Titel Flow3X hat XUND ein strategisches Programm lanciert, welches sowohl die Ausbildung als auch die Infrastruktur entsprechend weiterentwickelt. «Mit innovativen Ausbildungsmodellen und moderner Infrastruktur begegnen wir künftigen Herausforderungen und wollen die Attraktivität der Zentralschweizer Pflegeausbildungen weiter steigern. Für unsere Region setzen wir gemeinsam mit unseren Partnern neue Akzente in der Ausbildung von FaGe, in der Kollaboration der Lernorte sowie generell im Praxistraining», erklärt Jörg Meyer, Direktor Bildungszentrum.

Kongress Lernwelten 2022

Mit dem Thema Pädagogik der Pflege- und Gesundheitsberufe der Gegenwart und Zukunft beschäftigten sich auch über 300 Personen aus Bildung und Gesundheit der Schweiz, Deutschland und Österreich am diesjährigen Lernwelten-Kongress. Es ist der grösste deutschsprachige Kongress in diesem Bereich und findet vom 29. September bis 30. September 2022 am Bildungszentrum XUND in Luzern unter dem Titel Bildung durch Begegnung statt. Lernwelten wird als „Flipped Congress“ durch eine Online Preconference sowie eine begleitende Hybridveranstaltung durchgeführt. Workshops am Kongressort dienen der Vernetzung, dem Diskurs und enthalten kollaborative Arbeitsformen. Mehr dazu unter www.lernwelten.info.

XUND Bildung Gesundheit Zentralschweiz

XUND vereint das Bildungszentrum Gesundheit und die OdA (Organisation der Arbeitswelt) Gesundheit der Zentralschweiz. Die Mission von XUND ist die bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung von genügend und qualifizierten Gesundheitsfachkräften für die Region. Bei XUND bilden 114 Mitarbeitende und über 450 externe Dozierende Gesundheitsfachkräfte aus und begleiten Interessierte – über die gesamte Laufbahn von der Berufswahl bis zur Weiterbildung.

Die OdA XUND setzt sich als Berufsbildungsverband für bestmögliche Rahmenbedingungen für die Aus- und Weiterbildungen ein und ist verantwortlich für das Berufsmarketing. Das Bildungszentrum XUND bietet an den Standorten Luzern und Alpnach ein breites, praxisnahes Aus- und Weiterbildungsangebot «aus einer Hand» für rund 2‘750 Lernende und Studierende an – z.B. von Fachpersonen Gesundheit über dipl. Pflegefachpersonen bis hin zur dipl. Expertin Notfallpflege. Es ist schweizweit das einzige Bildungszentrum, das von 175 Zentralschweizer Gesundheitsbetrieben getragen wird. (pd./red.)

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