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Fokus

«Life-Sciences» pushen Wertschöpfung der Zentralschweizer Wirtschaft

Auf der Achse Zürich-Zug-Luzern sind zahlreiche Unternehmen der Life-Sciences-Industrie tätig. Sie tragen markant zum Wachstum der Region bei. Mehr als 10'000 Beschäftigte arbeiten für internationale und nationale Unternehmen. (Unser Bild gibt einen Einblick ins forensische Labor der Firma MSD im luzernischen Schachen, welches 2018 eröffnet wurde.)

Unter dem Begriff «Life-Sciences» sind die Branchen pharmazeutische Industrie, Medizintechnik (elektrische und orthopädische) wie auch Biotechnologie zusammengefasst. Es sind allesamt zukunftsträchtige Unternehmen, die mit ihren Aktivitäten in der Region  ein überdurchschnittliches Wachstum erzeugen - aktuell beträgt dieses über 12 Prozent. Auch als Arbeitgeber sind die Firmen beliebt und gesucht. 10'000 Arbeitsplätze generiert die Life-Sciences-Industrie aktuell – Tendenz steigend.

Hohe Produktivität

Im Produktivitätsvergleich mit anderen Standorten schneidet das Cluster Zürich-Zug-Luzern  mit Betonung auf die Zentralschweizer Standorte gut ab; es ist im Rating vor einigen international anerkannten Standorten zu finden. So betrug beispielsweise die nominale Arbeitsproduktivität 289'000 Franken (Erhebung 2016). Der Wert der nominalen Stundenproduktivität lag bei 164 Schweizer Franken. Bei den Life-Sciences-Unterbranchen ist die Pharmaindustrie in Sachen Produktivität mit 304 Franken pro Arbeitsstunde oder rund 53700 Franken pro Arbeitsplatz führend. Ob das hohe Wachstum der Life-Sciences-Industrie in der Zentralschweiz auch in Zukunft anhält, lässt sich übrigens aus erster Hand erfahren. Austragungsort ist das KKL Luzern, wo am 31. Oktober 2019 mit der Veranstaltung «Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Zentralschweiz» der Blick in die Zukunft gerichtet wird – fundiert vorgetragen von den Ökonomen der BAK Economics AG.

Von Abbvie bis Roche

Das Cluster Zürich-Zug-Luzern hat sich als attraktiver Standort für internationale Unternehmen etabliert. Hotspots sind die Standorte Zug und Luzern, wo Firmen wie Abbvie, Allergan, Amgen AstraZeneca, Bayer, Biogen Johnson & Jonson, Merck, MSD (Merck Sharp & Dohme), Novartis, Pfizer und Roche  zu finden sind. Letztere konnte unlängst ein Jubiläum feiern: 50 Jahre Standort Rotkreuz. Aktuell ist Roche (seit 50 Jahren in Rotkreuz) mit 2406 Vollzeitstellen der grösste private Arbeitgeber im Kanton Zug. In den letzten 15 Jahren hat das Unternehmen, welches auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Geräten und Software im Bereich der Diagnostik tätig ist, 600 Millionen Franken investiert.

Beispiele Biogen, MSD und Johnson & Johnson

Auf den Standort Zug setzt auch das Pharmaunternehmen Biogen. Im neuen «Quadrolith»-Gebäude in Baar werden über 400 Mitarbeitende beschäftigt. Von Baar aus wird das operative internationale Geschäft geleitet. Das 1978 gegründete US-Unternehmen Biogen mit Hauptsitz in Cambridge (Massachusetts) ist Pionier auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Das Unternehmen erforscht, entwickelt und vermarktet innovative Arzneimittel weltweit für Menschen mit schweren neurologischen und neurodegenerativen Erkrankungen und in verwandten Therapiefeldern.

Von den Standorten Luzern, Kriens und Schachen aus ist der US-Konzern MSD aktiv. MSD ist ein führendes globales biopharmazeutisches Unternehmen. 700 Mitarbeitende sind in der Schweiz für MSD in nationalen und internationalen Funktionen tätig. Der Bereich Humanmedizin ist in der Schweiz zuständig für den Vertrieb rezeptpflichtiger Medikamente und Biopharmazeutika in den Therapiebereichen Onkologie, Diabetes, Herzkreislauf, Infektionserkrankungen, Immunologie, Frauengesundheit sowie von Impfstoffen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zur Aufklärung von Manipulationen und Fälschungen an MSD-Produkten eröffnet MSD im luzernischen Schachen eines von weltweit drei forensischen Labors des Unternehmens. Das Schweizer Labor ist für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika zuständig. In Schachen arbeiten wissenschaftliche Mitarbeiterinnen mithilfe analytischer Methoden und hochspezialisierten Instrumenten daran, Fälschungen von Originalprodukten zu unterscheiden und die Resultate gegebenenfalls vor Gericht zu vertreten, um entsprechende Strafverfolgungen als Experten zu unterstützen.

Auf dem Campus Zug von Johnson & Johnson sind alle drei Geschäftsfelder des Unternehmens unter einem Dach zu finden: Pharmaceuticals, Medical Devices und Consumer Health Care. Insgesamt sind rund 900 Mitarbeitende in der Zentralschweiz tätig. Zug ist für das US-Unternehmen ein wichtiger Standort, von dem aus auch internationale Aktivitäten koordiniert werden. Die Hälfte der Beschäftigten sind Schweizerinnen und Schweizer, die andere Hälfte stammt aus über 60 (!) verschiedenen Ländern. Jährlich bildet Johnson & Johnson in Zug 15 Lernende und rund 30 Praktikanten aus. Schweizweit sind es 170 Lernende.

Geistlich mit Luzerner Innovationskraft

Eigentliche Lokalmatadorin ist die einheimische Geistlich Pharma AG. Das Unternehmen konnte Ende August 2019 das neue, 22 Millionen Franken kostende Produktionsgebäude, an seinem Hauptsitz in Wolhusen eröffnen. Geistlich ist auf die Herstellung von Gewebe- und Knochenersatzmaterialen spezialisiert. Mehr als 600 Mitarbeitende sind aktuell für Geistlich tätig. Das Luzerner Unternehmen zählt mittlerweile zwölf Tochtergesellschaften und ist in rund 80 Ländern aktiv. Wichtigste Märkte sind China, die USA, Deutschland und Brasilien. (jo.)

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