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Land der Seilbahnen

In keinem anderen Kanton der Schweiz gibt so viele kleine Seilbahnen wie in Nidwalden. Beinahe schon in Vergessenheit geraten, erleben sie derzeit ein Revival. Nach der von Nidwalden Tourismus vor Jahren lancierten «Bähnli-Safari» legt der Tourismusverbund Engelbergertal mit der «Buiräbähnli-Safari» nach.

Helikopterpiloten runzeln mit Blick auf den in der Luftfahrthinderniskarte dargestellten Kanton Nidwalden schon mal die Stirn. Die Dichte der in Form roter Striche eingezeichneten Seilbahnanlagen ist hoch. Sehr dicht sogar. Nur das Centovalli im Kanton Tessin weist eine ähnliche Dichte auf. Der Grund dafür wird angesichts der Topografie des Kantons Nidwalden mit den steilen Flanken schnell ersichtlich. Wo keine Strasse hinführt, da verbinden Kleinseilbahnen das Heimet oder die Alp mit dem Tal. So wird Nidwalden auch gerne als Land der Seilbahnen bezeichnet. Weit über 50 solcher Anlagen hat es einst gegeben. Übrig geblieben sind noch rund die Hälfte. Und die sind aus volkswirtschaftlicher Sicht sehr wichtig.

Vorschriften und Investitionen

Kleine Seilbahnen gibt es in grösserer Zahl noch im Kanton Uri, weniger in Schwyz und Obwalden. Dass sie in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten sind, liegt wohl daran, dass sie mehr oder weniger in Privatbesitz sind und selten mehr als zehn Personen auf einmal transportieren können. Dabei sind auch diese Kleinanlagen genauso wie eine börsenkotierte Bergbahn den strengen Vorschriften des Bundesamtes für Verkehr (BAV) unterstellt. Doch die Einhaltung dieser Vorschriften ist nicht immer ganz einfach, ist sie doch oft mit sehr hohen Investitionen verbunden, vom ganzen administrativen Aufwand ganz zu schweigen.

Unterstützung für Kleinanlagen

Es war im Jahre 2013, als Nidwalden Tourismus die Welt der Kleinseilbahnen im Kanton wiederentdeckte. Die damalige Einführung von Stempelkarten zur Bahnbenützung löste einiges aus. Rund 7500 Stempelkarten wurden am Ende der Aktion abgegeben, und manch einer entdeckte auf diese Weise die Schönheiten des Kantons aufs Neue. Support erhalten die Bahnbesitzer nun gleich von zwei zusätzlichen Seiten: Zum einen puscht der Tourismusverbund Engelbergertal mit der «Buiräbähnli-Safari» die Kleinanlagen, und zum anderen hat sich im Kanton Nidwalden der Verein «Freunde der Kleinseilbahnen» formiert. Die über 400 Mitglieder entrichten einen Jahresbeitrag von 50 Franken, der den Bahnen direkt zugutekommt. Der neue Verein will zudem helfen, wenn eine Seilbahn in Schwierigkeiten steckt. Die Mitglieder werden aber auch dazu animiert, die Kleinseilbahnen nicht nur mit dem Jahresbeitrag zu unterstützen, sondern sie auch zu benützen. Denn Bahnen brauchen Frequenzen, die wiederum Umsatz generieren. Mit diesem Verein haben die Kleinseilbahnen eine starke Lobby erhalten. Das ist wichtig, denn oft gerät in Vergessenheit, dass sie aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht ganz unbedeutend sind. (bc.)

www.seilbahnenverband-nw.ch

www.nidwalden.com 

www.engelberg.ch 

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