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Fokus

Im Frühling säen – im Herbst ernten

Die Natur ist erwacht, für die Landwirte hat eine arbeitsreiche Zeit begonnen. Dass sie dabei einen speziellen Blick auf die aktuellen Wetterkarten werfen, hat gute Gründe, ist doch die Wetterlage im Frühjahr dafür verantwortlich, was dereinst im Herbst geerntet werden kann.

Am konstanten Wetter der vergangenen Wochen hatten die Bauern ihre Freude. Auch wenn sie ab und zu ein paar Regentropfen mehr lieber gehabt hätten, jammern wollen sie nicht. Die im Herbst ausgebrachten Saaten wie Winterweizen, Wintergerste und Raps haben den Winter gut überstanden. Frostschäden blieben mehrheitlich aus. Ausruhen können die Landwirte deswegen nicht. Die Frühlingsmonate sind allgemein eine arbeitsintensive Zeit für sie. Zäune reparieren, Futtergras mähen, Jauche austun – die Felder werden gehegt und gepflegt.

Eine Nacht genügt

Weil nasse Frühlingsmonate bei den Gemüse- und Getreidebauern für Katerstimmung sorgen, sind sie über die aktuelle Wetterlage besonders erfreut. Denn jetzt entscheidet sich, was dereinst im Herbst geerntet werden kann. Dieser Tage konsultieren die Bauern besonders häufig die Wetterkarten und Wettervorhersagen, weil eine einzige Frostnacht die Erträge der gerade jetzt blühenden Obstbäume auf einen Schlag vernichten kann.

Nährstoffe für das Wachstum

Nicht immer auf Verständnis stossen Landwirte, wenn sie ihre Wiesen düngen. Doch gerade jetzt benötigen Pflanzen, die im Herbst gesät wurden, mit einsetzendem Wachstum Nährstoffe und müssen gedüngt werden. Das geschieht entweder mit mineralischen Düngemitteln oder mit organischen Düngern wie Mist oder Gülle. Denn die Pflanzen entziehen dem Boden jene Nährstoffe, die sie für das Wachstum und zur Bildung von Blättern, Stängeln und Früchten brauchen. Das sind in erster Linie Mineralien wie Stickstoff, Phosphor, Calcium, Kalium und Schwefel sowie Spurenelemente. Ohne Düngung gedeihen die Pflanzen nicht und die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt immer mehr ab, weil Mineralstoffe entzogen und nicht zugeführt werden. So will es der Kreislauf der Natur. Apropos Natur: Die Landwirte wissen mit ihr umzugehen und haben auch gelernt, damit zu leben, dass der Frühling die ersten Weichen dafür stellt, ob die Ernte im Herbst mehr oder weniger Ertrag abwirft. Zwar beträgt der Anteil der Landwirtschaft am Bruttosozialprodukt in der Zentralschweiz heute nur noch wenige Prozentpunkte, doch mit der Landwirtschaft sind nach wie vor viele Unternehmen verknüpft. Zusammen liegt ihr Anteil am Bruttosozialprodukt deutlich über 10 Prozent. (bc.)

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