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  • Der Genderstern ist ein Ausdruck von gendergerechter Sprache. Illustration: Ayanna Schlatter (wave, Luzern)

Gendern in Unternehmen

Gendern ist Teil einer gesellschaftlichen Diskussion geworden. Gendern bewegt, polarisiert und es intensiviert den Dialog zu wichtigen Themen der Gleichstellungs-Debatte. Das Unternehmen NeumannZanetti & Partner aus Meggen hat rund 70 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer dazu befragt, inwiefern das Phänomen den Sprachgebrauch in Firmen ändert.

Gender verändert die deutsche Sprache. Inwiefern Unternehmen sich den geschlechterspezifischen Ausdrucksweise anpassen bzw. welche Formen sie verwenden, hat NeumannZanetti & Partner aus Meggen in einer Umfrage untersucht.

Dies sind die Erkenntnisse aus der Befragung:
 
    •    Die Firmenchefs und -chefinnen sehen die Notwendigkeit, vermehrt eine genderneutrale Sprache zu verwenden. Sie anerkennen auch, dass es ein Beitrag im Rahmen der Gleichstellung von Geschlechtern ist.
    •    Zwei Gründe haben für sie die höchste Relevanz. Zum einen hat sich der Sprachgebrauch bereits weiterentwickelt, es wird also schon gegendert, deshalb sollte die Verwendung im Unternehmen geregelt werden (im Sinn von Rahmenbedingungen). Zudem finden sie, dass Gendern das Image des eigenen Unternehmens eher positiv beeinflusst.
    •    Kritisch sehen die Befragten am Gendern vor allem, dass es ein sehr formalistischer Ansatz ist und dass für die Gleichstellung andere Massnahmen wichtiger sind. Zudem wird bemängelt, dass Gendern den Lesefluss von Texten verschlechtert.
    •    Drei von vier Firmen haben sich bereits mit diesem Thema befasst, in einem Viertel ist dies nicht der Fall.
    •    Am häufigsten fällt Gendern als Thema in den Verantwortungsbereich von Verwaltungsrat oder Geschäftsleitung, gefolgt vom Bereich Marketing bzw. Kommunikation.
    •    In jeder dritten Firma der Befragten gibt es bereits Entscheidungen zum genderneutralen Sprachgebrauch. Dabei fällt auf, dass die meisten dieser Firmen teilweise gendern, aber nicht umfassend.
    •    Um die eigenen Rahmenbedingungen zu definieren, gibt es in den Firmen eine Vielzahl an Vorgehensweisen. Diskutieren im Team und mit Protagonisten, Regelungen des Bundes nutzen, Newsletter und Veröffentlichungen aufgreifen, Konzernvorgaben umsetzen und die Mitarbeiter befragen. Positiv fällt auf, dass die Geschäftsleitungen häufig bestrebt sind, die eigene Belegschaft zu diesem Thema zu hören bzw. einzubinden.
    •    Das Verwenden von Genderzeichen findet deutlich weniger Zustimmung als das Feminisieren (liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen) bzw. das Neutralisieren (liebe Mitarbeitenden). Das Sprechen von Wörtern mit Genderpause («liebe Mitarbeiter  innen») findet kaum Zustimmung.
    •    Zwei Drittel der CEOs befürworten, dass es klare Regeln zur Verwendung im eigenen Unternehmen geben soll. Eine ähnlich grosse Mehrheit sieht jedoch keine Notwendigkeit für eine umfassendere Sprachenreform im deutschsprachigen Raum.

ROI Online hat im April 2021 über die Verwendung des Gendersterns berichtet. Lesen Sie den Artikel hier. (pd.)

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