AKOMAG ROICOM
DAS WIRTSCHAFTSPORTAL DE ZENTRALSCHWEIZ

Fokus

Flugplatz – ein Glücksfall für Nidwalden

Nidwalden. Der Flugplatz ist für den Kanton Nidwalden nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal, er ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die rund um den Flugplatz angesiedelte aviatische Industrie erzielt eine Wertschöpfung von knapp 300 Millionen Franken. Hinzu kommen die Pilatus Flugzeugwerke mit einem Jahresumsatz von über 900 Millionen Franken.

Seit dem Bau der ersten Flugpiste auf der Ebene zwischen Buochs und Ennetbürgen im Jahre 1937 hat der Flugplatz wesentlich die volkswirtschaftliche Entwicklung des Kantons geprägt. Mit dem Flugplatz kam der Aufschwung in Form von neuen und vor allem auch hoch qualifizierten Arbeitsplätzen. Die hohe volkswirtschaftliche und politische Bedeutung der Aviatik für den Kanton Nidwalden hatte somit ihren Ursprung vor 80 Jahren. Heute ist der Flugplatz ein wesentlicher Katalysator für die konjunkturelle Entwicklung und für die wirtschaftliche Prosperität in Nidwalden und in der Zentralschweiz.

Wichtiger Standortfaktor

Geht es um die Ansiedlung von wertschöpfungsstarken Unternehmen in Nidwalden, ist der Flugplatz ein wichtiger Standortfaktor und auch ein Alleinstellungsmerkmal im heute hart umkämpften Standortwettbewerb. Heute arbeiten in den drei Gemeinden Buochs, Stans und Ennetbürgen rund 1'940 Personen in Unternehmen, die einen direkten Bezug zum Flugplatz, respektive zur aviatischen Industrie haben. Die dadurch erzielte Wertschöpfung wird auf knapp 300 Millionen Franken pro Jahr geschätzt. Die meisten dieser Unternehmen wie Ruag, Aerolite AG oder die BWB Group sind seit Jahrzehnten in Nidwalden tätig und bezahlen hier auch ihre Steuern. Hinzu kommen jene Beschäftigte, welche Leistungen und Produkte an die direkt von der Aviatik profitierenden Unternehmen liefern. Dies sind nochmals rund 460 Beschäftigte mit einer zusätzlichen Wertschöpfung von rund 70 Millionen Franken pro Jahr.

Qualifizierte Arbeitsplätze 

Eine eigene Grösse bildet die Pilatus Flugzeugwerke AG. Mit gegen 2000 Beschäftigten erwirtschaftet Pilatus einen Jahresumsatz von über 900 Millionen Franken alleine am Standort Stans. Dass der grösste Teil der Mitarbeitenden in der Region wohnen, ist ein weiterer volkswirtschaftlicher Aspekt, der oft unterschätzt wird. Dass man sich bei Pilatus über einen Ausbau des Geschäftszweiges Maintenance (Wartung von Flugzeugen) intensive Gedanken macht, dürfte die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen die direkte Folge sein. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wartungsarbeiten an Flugzeugen, könnten durch diesen Geschäftszweig weitere Unternehmen, die als Zulieferer wichtig sind, am zivilen Flugplatz Nidwalden angesiedelt werden. Dadurch könnten zusätzliche hoch qualifizierte Arbeitsplätze, verbunden mit einer Steigerung der Wertschöpfung, geschaffen werden.

Wertschöpfung erhalten

Die volkswirtschaftliche Bedeutung eines zivilen Flugplatzes wird heute immer wieder unterschätzt. Es gibt jedoch Regionen in der Schweiz, die sich diesem Stellenwert durchaus bewusst sind. Entsprechend engagiert sich in diesen Regionen die öffentliche Hand an den Flugplätzen. So ist beispielsweise der Kanton Genf zu 100 Prozent Besitzerin vom Flughafen Genf-Cointrin. Die Besitzanteile am Regionalflugplatz La Chaud-de-Fonds-Les Eplatures teilen sich der Kanton Neuenburg sowie die Städte La Chaux-de-Fonds und Le Locle. Der Regionalflugplatz Sion ist vollständig im Besitz der Stadt Sion. Das Gleiche gilt für die Gemeinde Glarus Nord beim zivil mitbenutzten Militärflugplatz Mollis. Am 26. November 2017 stimmt das Nidwaldner Stimmvolk darüber ab, ob sich der Kanton Nidwalden auch in Zukunft mit den Pilatus Flugzeugwerken AG am Flugplatz Nidwalden beteiligen soll. (bc.)

www.airportbuochs.ch

www.impuls-nidwalden.ch

zurück zur Übersicht