AKOMAG ROICOM
DAS WIRTSCHAFTSPORTAL DE ZENTRALSCHWEIZ

Fokus

Digital reisen – Zentralschweizer Tourismusbranche im Wandel

Luzern. Die Digitalisierung verändert die Reisegewohnheiten der Touristen. Sie lassen sich online inspirieren, planen entsprechend, buchen auch online und nutzen während und nach dem Aufenthalt unterschiedliche Informationsquellen und Tools. Die Möglichkeiten, sich über Reiseziele, Hotels und Attraktionen zu informieren und diese auch zu buchen, haben sich komplett verändert. Für Tourismusanbieter gilt daher, die Nase vorne zu haben und stets aktuell unterwegs zu sein. Nur wer dem Gast einen Mehrwert schafft, wird langfristig digital überleben.

Angetrieben durch die Digitalisierung findet im Tourismus zurzeit ein fundamentaler Wandel statt. Das Smartphone wird auf Reisen immer wichtiger. Es ist gleichzeitig Informationskanal, Reiseführer, Kamera und Buchungstool für Flüge, Übernachtungen und Ausflüge. Auch Laptops, Tablets und PCs werden verstärkt in den Buchungs- und Informationsprozess involviert. Dies waren auch die zentralen Themen des diesjährigen Zentralschweizer Tourismustags Ende Juni, wo 170 Touristiker und Reiseexperten die neusten Erkenntnisse in der Branche diskutierten.

__________________________________________________________________________________________

 Zentralschweizer Tourismustag

Der Tourismustag ist ein Netzwerk- und Weiterbildungsanlass der Zentralschweizer Tourismusbranche. Die Hochschule Luzern organisiert die Veranstaltung jährlich in einem der Zentralschweizer Kantone in Zusammenarbeit mit Luzern Tourismus und der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern.

__________________________________________________________________________________________

„Zukünftig gilt es, den Gast von der Inspiration bis zur Bewertung gesamthaft anzusprechen“, betont Andreas Liebrich, Tourismusprofessor und Digitalisierungsexperte der Hochschule Luzern. Er spricht von einer sogenannten Customer Journey: „Vor, während und nach der Buchung durchläuft der Gast mehrere Phasen. Nach der Informationsphase benötigt er konkrete Angaben, um den Buchungsentscheid fällen zu können. Auch danach bleibt er vernetzt: Reisende informieren sich laufend vor Ort und bewerten die Erlebnisse. Das Ziel der Branche muss sein, die Gäste in jedem Abschnitt der Journey auf den verschiedenen Kanälen zu erreichen und anzusprechen.“

Durch die Flut an digitalen Informationen wird es für Unternehmen und Tourismusregionen immer wichtiger, sich von der Konkurrenz abzuheben und nur die relevanten Informationen zu kommunizieren. Philipp Ries, verantwortlich für die Tourismusbranche bei Google, unterstreicht, dass die Zukunft im datenbasierten Marketing liegt. Hier sieht er eine der grossen Chancen der Digitalisierung. „Touristiker müssen ihre Gäste genau kennen, um sie gezielt und vor allem individuell anzusprechen“, sagt er.

Digitaler Gästekontakt – persönlich und in Echtzeit

Tom Hanan, Leiter der Schweizer Werbeagentur Webrepublic, unterstreicht: „Heute geht es für Unternehmen nicht mehr um die Entwicklung von Anzeigen und Werbekampagnen. Das Ziel ist ein ganzheitlicher Zugang zu den vielfältigen Erwartungen und Bedürfnissen vernetzter Kunden.“ Doch die automatische und in Echtzeit erfolgende Nutzung von personalisierten Werbeplätzen steckt laut ihm in der Schweiz noch in den Kinderschuhen. „Im Fernsehen erhalten alle Zuschauer dieselben Werbespots vorgesetzt. Bei den neuen Kommunikationskanälen ist das anders. Ich bin überzeugt, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis sich diese Technologie auch bei uns breit durchsetzt“, ergänzt Tom Hanan.

In einem sind sich die Tourismusexperten einig: Die Verschmelzung von realer und digitaler Welt wird dazu führen, dass die Angebote in der Reisebranche künftig noch individueller auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet und auf den richtigen Kanälen kommuniziert werden müssen.

__________________________________________________________________________________________

20 Jahre Hochschule Luzern

Die Hochschule Luzern feiert dieses Jahr ihren 20. Geburtstag. 1997 wurde sie von den sechs Zentralschweizer Kantonen als eine der ersten Fachhochschulen der Schweiz gegründet. Damals noch mit 293 Studierenden, sind heute an der Hochschule Luzern über 6200 Bachelor- und Master-Studierende angemeldet. Zudem absolvieren rund 4600 Personen eine Weiterbildung. (ar.)

__________________________________________________________________________________________

www.hslu.ch

www.hslu.ch/de-ch/wirtschaft/agenda/veranstaltungen/tourismustag/

zurück zur Übersicht