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Symbolbild: Pexels, Monstera Production
Crowdfunding-Markt wächst
Nachdem die Volumina im Schweizer Crowdfunding-Markt in den vergangenen drei Jahren rückläufig gewesen waren, verzeichnete der Markt im Jahr 2025 wieder ein Wachstum. Das Volumen stieg um 14 Prozent auf 629 Millionen Schweizer Franken. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem das Crowdlending, allen voran Projektfinanzierungen für Immobilien. Dies zeigt die jährliche Studie zum Crowdfunding-Markt der Hochschule Luzern.
Im Jahr 2021 erreichte der Crowdfunding-Markt mit 792 Millionen Franken seinen bisherigen Höchststand. In den Folgejahren gingen die jährlichen Volumina kontinuierlich zurück. Im Jahr 2025 zeigte sich nun wieder eine positive Entwicklung: In der Schweiz wurden über Crowdfunding-Plattformen Kampagnen mit einem Gesamtvolumen von 629 Millionen Franken finanziert.
Bankenregulierung verleiht Crowdlending neuen Schub
Den grössten Beitrag zu diesem Wachstum leistete mit gut 75 Prozent des Gesamtvolumens der Bereich Crowdlending, bei dem Kredite an Unternehmen und Privatpersonen online vermittelt werden. Vor allem der Bereich Real Estate Crowdlending trug dazu bei, also Projektfinanzierungen für Immobilien. Hier stieg das Volumen 2025 um 38 Prozent auf 275 Millionen Franken. Die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsquellen dürfte dabei auch regulatorisch bedingt sein.
Mit der Umsetzung von Basel III Final per 1. Januar 2025 müssen Schweizer Banken für risikoreichere Kredite – insbesondere Immobilienentwicklungsprojekte – höhere Eigenmittel hinterlegen. «Dies verteuert entsprechende Bankfinanzierungen und führt zu einer tendenziell zurückhaltenderen Kreditvergabe im Immobilienentwicklungsbereich», sagt Studienleiter Prof. Dr. Andreas Dietrich. «Crowdlending-Plattformen profitieren von dieser Lücke und positionieren sich als Alternative. Für 2026 erwarten wir in diesem Segment ein erneutes Wachstum von rund 30 Prozent.»
Neue Impulse im Crowdsupporting
Auch die Bereiche Crowdsupporting und Crowddonating haben seit 2020 nun erstmals wieder zugelegt, um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 9’288 Projekte im Umfang von 35 Millionen Franken finanziert. Die volumenmässig grösste Kategorie ist «Sport & Gesundheit». In diesem Bereich wurden 13 Millionen Franken vermittelt. Der Erfolg im Bereich Sport ist einerseits auf zwei Plattformen zurückzuführen, die sich fast ausschliesslich Sportkampagnen widmen. Andererseits vermitteln auch andere Plattformen ohne spezifischen Themenfokus im Bereich Sport substanzielle Volumen.
Für Banken ist zudem die Entwicklung von Lokalhelden interessant, einer Plattform von Raiffeisen Schweiz. Raiffeisen begann im vergangenen Jahr damit, einen Teil der eigenen Sponsoringaktivitäten über Lokalhelden abzuwickeln. Dabei konnten Mitglieder von 21 Genossenschaftsbanken im Rahmen von Abstimmungen mitentscheiden, wie die Sponsoringgelder ihrer jeweiligen Bank eingesetzt werden. Zudem bestand die Möglichkeit, die ausgewählten Crowdfundingprojekte, Vereine oder Stiftungen zusätzlich finanziell zu unterstützen.
Innerhalb des Crowdsupporting bzw. Crowddonating hat sich in den letzten Jahren eine klare Marktstruktur herausgebildet: Mehr als 80 Prozent des Marktvolumens entfallen auf die drei grössten Plattformen. «Die hohe Konzentration auf wenige Plattformen ist typisch für Crowdfunding-Märkte, nicht nur in der Schweiz», sagt Prof. Dr. Andreas Dietrich. «Die führenden Plattformen profitieren vor allem von Netzwerkeffekten, Vertrauen, Markenbekanntheit und Skaleneffekten.» (pd.)