AKOMAG ROICOM
DAS WIRTSCHAFTSPORTAL DE ZENTRALSCHWEIZ

Fokus

Alle wollen zentral wohnen und arbeiten

Der Immobilienmarkt ist äusserst heterogen. Eine Tendenz jedoch ist unverkennbar: Die Menschen streben in die Zentren. Dort wiederum wollen sie möglichst zentral leben und arbeiten. Das wirkt sich auf die Preise aus.

Schlagzeilen zum Immobilienmarkt tönen meistens recht dramatisch: «Die Preise für Wohnimmobilien in Luzern sind explodiert.» «Eine Immobilienblase droht.» «Die Preise für Büroflächen geraten unter Druck.» Thomas Peter und Daniel Ringli von Arlewo schütteln über solche Aussagen den Kopf. Arlewo ist ein seit bald 50 Jahren in der Immobilienbranche tätiges Unternehmen mit Sitz in Luzern, Stans und Zug. Von solchen pauschalen Aussagen halten die beiden Immobilienexperten wenig. «Selbst in einem relativ kompakten Gebiet wie der Zentralschweiz unterscheiden sich die Preise für Immobilien aufgrund ihrer Lage häufig schon innerhalb eines Quartiers oder einer einzigen Strassenzeile», sagt Thomas Peter, Mitinhaber und Vorsitzender der Geschäftsleitung von Arlewo. «Grundsätzlich muss jedes einzelne Grundstück «parzellenscharf» separat beurteilt und bewertet werden.»

Zentrale Lage

«Eine Tendenz jedoch sei unverkennbar», sagen Thomas Peter und Daniel Ringli übereinstimmend: «Alle streben in die Zentren und dort wiederum an möglichst zentrale Lagen. Sowohl Mietwohnungen als auch Wohneigentum sind an zentralen Lagen in den Zentren sehr gefragt und entsprechend teuer. Das gleiche gilt für Büroräume. Fast ausgetrocknet ist der Markt für Mehrfamilienhäuser. Die Nachfrage in diesem Segment ist enorm. Wohnimmobilien gelten derzeit als eine der wenigen sicheren Geldanlagen. Aber auch dort gilt: Wohnungen in den Zentren lassen sich leichter vermieten als auf dem Lande. Mit der zunehmenden «Überalterung» der Bevölkerung und dem Trend nach «Wohnen und Arbeiten in Velodistanz» wird sich dies noch verstärken.»

Mehrfamilienhäuser

Vor allem Versicherungen und Pensionskassen investieren bevorzugt in Wohnimmobilien wie beispielsweise die PKG Pensionskasse in Luzern. «An Büroflächen herrscht ein Überangebot», sagt Gerold Moser, Mitglied der Geschäftsleitung der PKG Pensionskasse. Er ist dort für den Bereich Immobilien zuständig. «Das ist ein ganz harter Markt. Zudem werden in Luzern und der Agglomeration in den nächsten Jahren weitere grosse Gewerbeflächen hinzukommen. Damit werden sich die Leerbestände von derzeit rund 10 Prozent an gewissen Orten weiter erhöhen.» Zwar sei die Rendite für Wohnimmobilien in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, stellt Gerold Moser fest. Aber für eine Pensionskasse seien sie nach wie vor eine sichere und gute Kapitalanlage – vorausgesetzt, dass die Lage stimmt.

Überbordende Auflagen

Die Preise für Wohneigentum und Mietwohnungen sind in den letzten Jahren markant gestiegen. «Daran sind nicht nur die Bodenpreise schuld, sondern zum grössten Teil die überbordenden Auflagen und Vorschriften von staatlichen Stellen», ärgert sich Gerold Moser. «Manchmal gleicht das Bewilligungswesen einem eigentlichen Spiessrutenlauf bei den Behörden. Die steten Verschärfungen der Baustandards wirken sich nicht nur auf die Baukosten aus, sondern häufig auch auf den Unterhalt der Immobilien. Auf den Lebenszyklus eines Gebäudes hochgerechnet, sind das enorme Summen.» (pf.)

www.arlewo.ch

www.pkg.ch

zurück zur Übersicht