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  • Selina Lütschg und Sarah Neukomm präsentieren ihr Entdeckerheft an der Vernissage. Bild: zVg/XUND

Abschlussarbeiten für die Praxis

Studierende der Nachdiplomstudiengänge Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege HF bei XUND schreiben zum Abschluss keine Schubladenpapiere. Sie entwickeln praxisnahe Lösungen für Patientinnen, Patienten, Angehörige und Fachpersonen. Viele davon werden bereits im klinischen Alltag eingesetzt.

Was in den Nachdiplomstudiengängen Anästhesiepflege, Intensivpflege und Notfallpflege HF bei XUND als Projektarbeit entsteht, bleibt nicht Theorie. Viele Abschlussarbeiten greifen konkrete Herausforderungen aus dem Berufsalltag auf und entwickeln daraus Materialien, die Patientinnen und Patienten informieren, Angehörige begleiten oder Fachpersonen im klinischen Alltag unterstützen.

XUND hat in den Nachdiplomstudiengängen bewusst von der klassischen Diplomarbeit mit Schwerpunkt Literaturarbeit auf eine praxisorientierte Projektarbeit umgestellt. Adrian Wyss, Bereichsleiter Weiterbildung und Dienstleistungen erklärt die Gründe: «Die reine Literaturarbeit entspricht nur bedingt der beruflichen Realität von Expertinnen und Experten der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege. In ihrem Arbeitsalltag müssen sie Informationen kritisch beurteilen, interprofessionell zusammenarbeiten, Entwicklungen planen, reflektieren und Veränderungen in der Praxis mitgestalten.».

Die Projektarbeit verfolgt deshalb ein klares Ziel: Aus relevanten Fragestellungen sollen konkrete, umsetzbare Produkte mit spürbarer Wirkung im Berufsalltag entstehen. Gleichzeitig werden zentrale
transversale Kompetenzen gefördert, zum Beispiel die Zusammenarbeit in Zweier- oder Gruppenarbeiten, interdisziplinäres Denken, Planungsfähigkeit, Selbststeuerung, Reflexion und der kritische Umgang mit Informationen. «Auch der Umgang mit generativer künstlicher Intelligenz wird thematisiert: Studierende werden geschult, KI gezielt und sinnvoll einzusetzen. Der produkt- und reflexionsorientierte Ansatz schafft zudem mehr Transparenz bei der Beurteilung der Eigenleistung», ergänzt Adrian Wyss.

Bereits seit Mai 2025 präsentieren die Studierenden ihre Projektarbeiten jeweils im Rahmen einer Vernissage bei XUND allen Interessierten. Sichtbar wird dabei die grosse Bandbreite der Themen: von verständlicher Patienteninformation als Podcast oder Video über familienzentrierte Begleitung bis hin zu Checklisten, Booklets, E-Learning-Modulen und Handlungshilfen für anspruchsvolle Situationen in der Akutversorgung.

Ein Beispiel ist das Video «Stundenlang auf dem Notfall. Worauf warte ich?». Es erklärt, weshalb Patientinnen und Patienten auf einer Notfallstation nicht nach der Reihenfolge ihres Eintreffens behandelt werden, sondern nach Dringlichkeit. Das Video macht das Triagemodell verständlich und hilft, Wartezeiten besser einzuordnen. Es ist öffentlich auf YouTube verfügbar und wird in einzelnen Wartebereichen bereits über einen QR-Code zugänglich gemacht.

Auch das Entdeckerheft «Mein Besuch auf der Intensivstation» setzt dort an, wo Unsicherheit entstehen kann. Es richtet sich an Kinder zwischen drei und zwölf Jahren, die eine nahestehende Person
auf der Intensivstation besuchen. Das Heft erklärt kindgerecht, was sie dort sehen und erleben können, und hilft, Ängste abzubauen. Es wird bereits am Zuger Kantonsspital und am Luzerner Kantonsspital eingesetzt.

Weitere Arbeiten richten sich an Fachpersonen. Dazu gehören unter anderem ein Booklet zum Passy-Muir-Sprechventil, Materialien zur Spurensicherung in der Notfallpflege, ein E-Learning-Modul zur ultraschallgesteuerten peripheren Venenpunktion sowie ein Informationsplakat zur Koniotomie in
einer seltenen, aber lebensrettenden Notfallsituation.

Die Projektarbeiten zeigen, wie eng Bildung und Praxis in den Nachdiplomstudiengängen HF bei XUND miteinander verbunden sind. Adrian Wyss zeigt sich erfreut über die erreichte Wirkung: «Aus konkreten Fragestellungen des Berufsalltags entstehen Lösungen, die erklären, strukturieren, Sicherheit geben und die Versorgung weiterentwickeln. Viele Ergebnisse verschwinden nicht in der Schublade, sondern haben bereits Eingang in die Praxis gefunden oder werden gemeinsam mit den Betrieben weiterverfolgt.» (pd.)

www.xund.ch

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